Wechseljahre - Gibt es Wechseljahre bei Männern?

Obwohl es „Wechseljahre“ bei Männern im eigentlichen Sinne nicht gibt, können bei jedem fünften Mann über 60 Jahre Veränderungen des Hormonhaushaltes festgestellt werden. Einige Veränderungen können dabei Mangelsymptome hervorrufen. Mit morgendlichen Blutentnahmen an zwei verschiedenen Tagen kann man den Hormonhaushalt überprüfen.

 

Was wird überprüft?

Das übergeordnete Organ für den Hormonhaushalt ist die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse). Sie steuert den Hormonhaushalt durch die Aussendung von Botenstoffen wie z. B. TSH, FSH, LH und Prolaktin. So kontrolliert die Hypophyse u. a. die Produktion von DHEA-S und den Sexualhormonen Testosteron und Östradiol.
DHEA-S (Dehydroepiandrosteron-Sulfat) wird in der Nebenniere produziert und ist ein Marker für die Funktionstüchtigkeit dieses Organs. Es kann zu Sexualhormonen verstoffwechselt werden. Die Konzentration kann im Alter stark abnehmen und für Störungen geistiger Fähigkeiten und körperlicher Leistungsfähigkeit verantwortlich sein.
Das wichtigste männliche Sexualhormon ist das Testosteron. Die Testosteronbildung erfolgt im Hodengewebe und fördert in der Pubertät u. a. die Spermienreifung, das Wachstum der Prostata, die Ausbildung der sekundären Geschlechtsmerkmale, Körperwachstum, Stimmbruch, Bartwuchs und Körperbehaarung. Mit zunehmendem Alter (>40 Jahre) aber auch bei Stress oder chronischen Erkrankungen lässt die natürliche Testosteronbildung nach.
Das freie Testosteron wird im Blut von einem bestimmten Eiweiß, dem sexual-hormonbindenden Globulin (SHBG) transportiert. Eine erhöhte Konzentration von SHBG vermindert die Verfügbarkeit von Testosteron. Bei normalem Testosteron-Spiegel könnten deshalb Mangelerscheinungen auftreten, wenn das SHBG sehr hoch ist.
Testosteron-Spiegel können im Tagesverlauf stark schwanken. Am Morgen sind die Spiegel in der Regel am höchsten. Es werden daher Kontrollen an zwei verschiedenen Tagen in den frühen Morgenstunden empfohlen.


Was sind die Auswirkungen eines Testosteronmangels?
  • verminderte sexuelle Aktivität
  • Verlust an Muskelmasse und Kraft
  • Zunahme von Fettgewebe
  • Verlust von Knochendichte mit erhöhtem Risiko für Osteoporose
  • Depressionen und Abnahme der geistigen Fähigkeiten
  • erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Mit der zusätzlichen Gabe von Testosteron kann eine Verbesserung dieser Beschwerden erzielt werden.